Samstag, 29. November 2014

Diepholzer Schloss

Das Schloss vom ehemaligen Gut "Münte" aus gesehen





Schloss mit Tor und Auffahrt





Eingang in den Nordflügel, in das "Alte Haus", dem ältesten erhaltenen Gebäudeteil des Schlosses. Über dem Eingang die Wappen der Grafenhäuser Diepholz und Hoya.



Das Schloss ist das Wahrzeichen und der Ursprung der Stadt Diepholz. Es entstand im 12. Jahrhundert als Residenz der Edelherren (später Grafen) von Diepholz. Zunächst handelte es sich vermutlich lediglich um einen befestigten Wohnturm. Der aus großen, behauenen Feldsteinen erbaute, nahezu unzerstörbare untere Teil des Turmes ist bis heute erhalten geblieben. Der Wirtschaftshof der Burg befand sich am Südende des Willenberg. Um die Burg entstand der Burgmannsbezirk mit freien, teils adeligen Höfen, und nördlich davon die Stadt Diepholz.

Im 16. Jahrhundert waren die Grafen von Diepholz auf dem Höhepunkt ihrer Macht. Das Wasserschloß bestand mittlerweile aus Gebäudeflügeln im Renaissance-Stil und einem hohen Turm mit einer langen Spitze. Nach dem Aussterben der Grafen von Diepholz fielen im Jahre 1585 Grafschaft und Schloss an die Celler Linie der Welfen. Im Schloss residierte fortan ein Drost oder Vogt (später Amtmann) im Auftrag des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg (später Kurfürstentum Hannover). Am Beginn des 30-jährigen Krieges wurde das Schloss zu einer kleinen Festung mit sehr breitem Graben, Wall und Bastionen ausgebaut. Im Laufe des Krieges wurde es bis auf den Turmsockel und Teile des Nordflügels (das "Alte Haus") zerstört. 1663 erfolgte unter Herzog Christian Ludwig der Wiederaufbau des Schlosses. Der Turmsockel erhielt dabei den heute noch vorhandenen Fachwerkaufsatz mit dem barocken helmförmigen Dach. Der Wall wurde in den Burggraben geschüttet und dieser damit deutlich verschmälert, das "Alte Haus" repariert und neue Gebäudeflügel auf den alten Grundmauern aufgebaut. Dieser neue Bauzustand von 1663 ist im Großen und Ganzen bis heute erhalten geblieben.

Nach der Trennung von Justiz und Verwaltung im Königreich Hannover im Jahre 1852 diente das Diepholzer Schloß auch als Amtsgericht. Seit dem Neubau der Kreisverwaltung an der Niedersachsenstraße Anfang der 1950er Jahre wird das Schloss ausschließlich nur noch als Amtsgericht genutzt. Im Turm befindet sich ein kleines Museum des örtlichen Heimatvereins. 

Eine durchgehende Straße am Schloss vorbei nach Süden gab es bis zum Bau der "Neuen Holländischen Poststraße" im Jahre 1798 nicht, das Schloss war direkt von Süden her gar nicht erreichbar. Bis dahin war der einzige Zugang zum Schloß der Südteil der Langen Straße von der Innenstadt aus.

Eine ausführliche Beschreibung des Schlosses und weitere Bilder unter  http://www.bildergalerie-diepholz.de/html/body_schloss.html






Südseite des Schlosses mit Rosengarten





Der Schlossturm von Süden gesehen





Eine letzte blühende Rose im November